MARTINSTAG

 

Das Martinsfest ist ein katholischer Feiertag, der auch in vielen evangelischen Gemeinden zusammen mit den katholischen Nachbarn gefeiert wird. Der Namenstag des heiligen Martin geht zurück auf den Heiligen Martin von Tours, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Das Datum ist der Jahrestag seiner Beisetzung.

Martin von Tours lebte im 4. Jahrhundert und ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Auf Wunsch seines Vater schlug er zunächst eine Militärlaufbahn ein und wurde Soldat in der berittenen kaiserlichen Leibgarde.

Ein Mantel für Christus

Das Martinsfest stützt sich auf eine Begebenheit in der Zeit, als Martin in Amiens stationiert war: Er soll am Stadttor einem frierenden Bettler begegnet sein. Mit dem Schwert teilte Martin seinen gefütterten Mantel, und gab die eine Hälfte dem Bettler. In der darauffolgenden Nacht habe er einen Traum gehabt: Christus sei ihm erschienen, mit der Mantelhälfte bekleidet, die Martin dem Bettler gegeben hatte.

Die Legende nimmt damit Bezug auf das Leben Jesu und seine Worte „Was ihr getan habt diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Martin, der wegen Beschädigung von Militäreigentum bestraft wurde, quittierte seinen Dienst, lebte zunächst als Einsiedler und wurde später zum Bischof gewählt. Martin war damit der erste Heilige, dessen Heiligsprechung nicht durch einen Märtyrertod begründet wurde, sondern durch ein enthaltsames Leben und den Einsatz für Benachteiligte.

Laternenumzug und Martinsgans

Der Martinstag wird besonders als Kinderfest gefeiert. Er bietet eine Möglichkeit, in kindgerechter Form über Solidarität, das Teilen und Mitgefühl zu sprechen. Die Feiern bestehen aus einem Martinsspiel, bei dem begleitet von Liedern die Legende nachgespielt wird. Anschließend folgen ein Martinsfeuer oder ein Laternenumzug, bei dem die Kinder oft ein Martinshörnchen oder ein Martinsbrötchen erhalten.

Die Martinsgans hat ihren Ursprung im mittelalterlichen Zinstag. Dieser war am 11. November, und die Gänse waren ein beliebtes Zahlungsmittel für den eingetriebenen Pachtzins. Dennoch rankt sich auch um den Vogel eine Legende. Der Heilige Martin soll sich in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof gewählt wurde, weil er sich selbst für unwürdig hielt, das Amt zu übernehmen. Die Tiere verrieten jedoch das Versteck – und sind seitdem fester Bestandteil des Festmahls.

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