WEIHNACHTEN

 

Das Weihnachtsfest ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Es wird heute in den evangelischen und katholischen Kirchen – am 24. Dezember mit dem Heiligen Abend beginnend – am 25. und 26. Dezember gefeiert. Die orthodoxen Christen feiern zumeist am 6. Januar Weihnachten.

Nach dem christlichen Glauben ist Jesus der göttliche Heilsbringer, der im Alten Testament mehrfach angekündigt wird. Der Beiname Christus – der Gesalbte – zeigt königliche Herrschaft durch Liebe an. Deshalb ist das Weihnachtsfest eines der wichtigsten christlichen Feste. Die Geburt Jesu beschreiben die Evangelisten Matthäus und Lukas im Neuen Testament der Bibel. Die bekannteste Schilderung ist die des Evangelisten Lukas, die in der Regel in den Gottesdiensten am Heiligen Abend vorgelesen wird.

Erlöser für die Armen

Lukas erzählt, wie sich der Nazarener Zimmermann Josef mit seiner hochschwangeren Frau Maria wegen einer kaiserlichen Volkszählung auf den Weg in seine Heimatstadt Bethlehem macht. Da das arme Ehepaar in dem überfüllten Ort keine Herberge findet, kommen sie in einem Stall unter, in dem Maria schließlich das Kind zur Welt bringt.

Die Geburt dieses Heilands, der gleichzeitig menschlicher und göttlicher Natur ist, wird im biblischen Bericht deshalb von entsprechenden Zeichen begleitet. Über dem Stall geht ein Stern auf – in der Antike ein Symbol für die Geburt eines bedeutenden Königs. Der Engel, der den Menschen die Geburt des Erlösers verkündigt, erscheint jedoch zuerst den Ärmsten der Gesellschaft: Mit den Worten "Euch ist heute der Heiland geboren“ macht er eine Gruppe Hirten zu den ersten Zeugen dieser besonderen Nacht. 

Mensch und Gott

Erst nach den Hirten erscheinen im Stall der Bibel nach die Weisen aus dem Morgenland; drei Sterndeuter, die den Stern als Zeichen eines Königs gedeutet haben. Mit ihren Geschenken würdigen sie die zweifache Natur des Kindes: Weihrauch, wie er einem Gott dargebracht wird, Myrrhe, ein kostbares Öl, mit dem irdische Könige gesalbt werden, und Gold als königswürdiges Geschenk.

Die Weihnachtsgeschichte wird Heiligabend oft von Kindern als Krippenspiel in den Weihnachtsgottesdiensten aufgeführt. In den Weihnachtsgottesdiensten werden Spenden für das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt gesammelt.

Eine neue Zeit

Ursprünglich feierte die christliche Gemeinde kein Weihnachstfest, sondern die Taufe als Erscheinung des Herrn am 6. Januar beim Epiphaniasfest (Epiphanie = Erscheinung des Herrn). Der 6. Januar galt zugleich als Jahresanfang. Erst im 4. Jahrhundert nach Christus nahm das Fest der Geburt Jesu in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember an Bedeutung zu. Auch das genaue Jahr ist umstritten. Das vermutliche Datum der Geburt Christi ist der Beginn unserer Zeitrechnung.

In der Bibel selbst findet sich keine Angabe über den genauen Tag der Geburt Jesu. Der Festlegung des Weihnachtsfestes kam entgegen, dass der 25. Dezember in der Antike als Geburtstag des Sol invictus, des unbesiegten Sonnengottes, galt. Zudem fiel das Fest der Wintersonnenwende, das Julfest der Germanen, ebenfalls auf diesen Tag. Das Weihnachtsfest hat diese vorchristlichen Bräuche mit der Zeit ersetzt, und erhellt damit bis heute die dunkelste Zeit des Jahres. Die Weihnachtszeit endet mit dem Epiphaniasfest am 6. Januar. Die Kirchenfarbe für diese Zeit ist weiß.

Foto: Lupo/pixelio.de

 

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