Bischof Dröge ruft zu Kampf gegen Antisemitismus auf

Veröffentlicht am Fr., 25. Okt. 2019 10:04 Uhr
WAS BEWEGT BERLIN?

Die Themen Seenotrettung, Antisemitismus, Immobilienspekulationen und die Neubesetzung des Propstamtes haben den ersten Tag der Herbstsynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bestimmt. Bischof Markus Dröge rief in seinem Bischofswort zu einem stärkeren Engagement gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus auf. Zugleich informierte er darüber, dass das geplante Schiff der evangelischen Kirche zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer dem Seenotrettungsverein Sea-Watch zur Verfügung gestellt werden soll.

Bischof Dröge führte in seinem Bischofswort zur Seenotrettung aus, zunächst müssten ein Trägerverein gegründet und ein Schiff ersteigert werden. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem auch Dröge angehört, hatte im September beschlossen, ein zusätzliches Schiff für die Seenotrettung zur Verfügung zu stellen. Das Projekt solle aus Spenden finanziert werden, sagte Dröge. Kirchensteuermittel sollen nicht in das Projekt fließen.

Dröge betonte zugleich, die Integration von Flüchtlingen in Deutschland laufe besser als zunächst absehbar gewesen sei. Diese Erfolge machten "die Verantwortungslosigkeit derer umso bewusster, die die Flüchtlingsthematik benutzen, um Angst zu schüren und Fremde als Sündenböcke zu instrumentalisieren". Dies bedeute zwar nicht, dass es keine Probleme gebe. Diese Probleme seien jedoch zu bewältigen, "wenn der gute Wille besteht".

Zu Antisemitismus und Rechtsextremismus sagte Dröge, rechte Hetzparolen und Verschwörungstheorien, Menschenverachtung und völkischer Hass dürften nicht verharmlost werden. Gutgemeinte Worte der Betroffenheit reichten nach dem Anschlag von Halle nicht mehr aus. Bildung sei wesentlich, um Antisemitismus zu überwinden. Berlin (epd).

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