Winter Adé – Filmaufführung und Gespräch mit Regisseurin Helke Misselwitz und Autorin Cornelia Klauß (Autorin)

Veröffentlicht von Cornelia Schwerin am Di., 4. Jun. 2019 11:29 Uhr
BERLIN: Mauerfall

Im Kino-ACUD, in Nachbarschaft der Zionskirche, wird Regisseurin Helke Misselwitz am 17. Juni, ab 19  ihren Dokumentarfilm „Winter Adé“ vorstellen.

Helke Misselwitz, geboren 1947 in Zwickau, absolvierte Ausbildungen zur Möbeltischlerin und Physiotherapeutin, bevor sie 1969 beim Jugendfernsehen der DDR als Moderatorin, Regieassistentin und Regisseurin arbeitet. 1978 delegiert sie der Sender an die Hochschule für Film und Fernsehen nach Potsdam-Babelsberg, wo sie Regie studiert. Nach dem Abschluss kehrt Misselwitz nicht zum Fernsehen zurück und beginnt als freie Autorin im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. 1988 dreht sie "Winter Adé", der Film wird ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum. In eindrucksvoller Weise beschreibt der Film die Lebensumstände, den Alltag und die Stimmung in der DDR kurz vor Ende ihres Bestehens.

Cornelia Klauß studierte an der Filmhochschule Babelsberg Filmwissenschaft. Nebenher drehte sie Super-8-Filme und schrieb für Untergrundzeitschriften. Nach dem Studium wurde sie als Dramaturgin zur Bewährung ins Fernsehstudio Halle zwangsversetzt. Nach vorzeitigem Abbruch schlug sie sich unter anderem als Rechercheurin für Dokumentarfilme im DEFA-Studio Babelsberg und Kritikerin für Die Kirche durch. Von 1990 bis 2012 leitete sie das Programm des Filmkunsthauses Babylon und dreht Dokumentarfilme. Seit 2017 ist sie in der Sektion Film-und Medienkunst der Akademie der Künste tätig.

Zur Berlinale im Februar dieses Jahres hat Cornelia Klauß ihr Buch „Sie“ über ostdeutsche Filmemacherinnen veröffentlicht. Die Porträts zeichnen Biografien nach, die von der frühen Tonfilmzeit bis in die Gegenwart reichen, geprägt von Einflüssen der Avantgarde und des Ufa-Kinos, von Kriegs-und Fluchterfahrungen, Nachkriegseuphorie und Glaube an eine bessere Gesellschaft.

Nach der Aufführung des Films werden Helke Misselwitz und Cornelia Klauß miteinander ins Gespräch kommen

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Um Spenden wird gebeten.


 Foto: promo

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