Foto-Ausstellung: Mobile Churches

Veröffentlicht am Fr., 22. Jun. 2018 15:21 Uhr
STAUNEN - TIPPS UND TERMINE

5. Juni bis 19. August 2018: Bukarest in den 1980er Jahren. Mehrere Jahre lang wendet der rumänische Dikatator  Ceausescu sein "Bau-Programm" auf die Hauptstadt an: ein Drittel des historischen Zentrums wird dem Erdboden gleichgemacht, um Prachtstraßen zu Ehren des Regimes zu errichten. Eine Fotoausstellung von Anton Laub beschäftigt sich bis zum 19. August 2018 mit diesem Kapitel städtbaulicher Dikatatur in der Kapelle der Versöhnung. 

Trotz besonderer Verbissenheit des Regimes im Umgang mit den Kirchen blieben sieben Gotteshäuser verschont, wobei ihnen eine ebenso außergewöhnliche wie absurde Behandlung widerfährt: sie werden auf Schienen gehoben, versetzt und hinter Wohnblöcken versteckt. Andere Sakralbauten, wie die Polnische Synagoge, werden von sozialistischen Plattenbauten verdeckt. Aus dem Stadtbild gelöscht, führen sie ein geheimes Leben in einer verschachtelten Architektur, die die heutige Stadtlandschaft prägt.

Die vorliegende kritische Bestandsaufnahme verbindet aktuelle Fotografien mit Archivmaterial und beleuchtet eine wenig bekannte, doch faszinierende politische Stadtgeschichte. Die Serie erhält in der Berliner Kapelle der Versöhnung eine besondere Resonanz, die auf dem Fundament der Versöhnungskirche erbaut wurde, eines historischen Gebäudes im Todesstreifen der Berliner Mauer gelegen, das 1985 vom SED-Regime gesprengt wurde und so das Schicksal von vielen Bukarester Kirchen teilt. 

5. Juni bis 19. August 2018
Anton Roland Laub. Fotografien,
im Rahmen des MakeCity Festivals 2018 
Wandelgang der Kapelle der Versöhnung
Bernauer Str. 4, 10115 Berlin

Foto: Anton Roland Laub

Bildnachweise: