Warum Glocken?

Veröffentlicht von Cornelia Schwerin am Di., 26. Apr. 2016 12:16 Uhr
GLOCKEN, LIEDER UND GEBETE

Weithin können Sie die Glocken unserer Kirchen hören. Das Läuten gibt Orientierung im Tagesablauf oder kündet von einem besonderen Anlass. Oft zeigt der Klang Ihnen nicht nur die Tageszeit an, sondern lädt Sie auch zum Gottesdienst ein.Das Gießen einer Glocke war nicht nur zu Schillers Zeiten ein aufwändiges Unterfangen. Auch heute ist es etwas ganz Besonderes, wenn neue Glocken gegossen werden. Aber wie ist das eigentlich mit dem Läuten? Wann und wie erklingen die Glocken? Ihre sogenannte Läuteordnung legt jede Kirchengemeinde selbst fest. Die wichtigsten Dinge sind dabei aber in einer Rahmenrichtlinie bereits vorgegeben.

Große Glocken, kleine Glocken
Denn beim Läuten gibt es eine ganze Menge zu beachten. Schließlich muss das richtige Verhältnis zwischen dem Schlag- und dem Summton erreicht werden. Nicht zuletzt soll die Glocke durch das richtige Läuten auch geschont werden. Bronzeglocken werden beispielsweise nach einigen Jahren gedreht, damit der Klöppel nicht immer an der gleichen Stelle anschlägt.
Größere Glocken haben eine längere Schwingungsdauer als die kleineren. Läuten mehrere Glocken, beginnen die kleinen Glocken und die größeren folgen. In umgekehrter Reihenfolge verstummen sie wieder. Wo mehrere Glocken vorhanden sind, soll die einzeln geläutete Glocke auf die Gebetszeiten hinweisen. Zum Gottesdienst rufen mindestens zwei Glocken.

Was das Läuten verrät
Auch wenn es von Gemeinde zu Gemeinde einige Unterschiede gibt, ein paar Anhaltspunkte können wir Ihnen hier geben. Das morgendliche Läuten um 6.00 oder 7.00 Uhr, sowie mittags um 12.00 Uhr und abends um 18.00 Uhr erinnert an die traditionellen Gebete zu verschiedenen Tageszeiten.

Der Sonntag wird im wahrsten Sinne des Wortes eingeläutet und begrüßt: am Samstagabend um 18.00 Uhr. Beginnt der sonntägliche Gottesdienst um 10.00 Uhr, erklingt in der Regel eine halbe Stunde zuvor das Vorgeläut. Um 9.45 Uhr und zum Beginn des Gottesdienstes folgt das längere Hauptgeläut. In manchen Kirchen wird der Sonntag mit einem Abendgottesdienst beschlossen. Wo dies nicht der Fall ist, wird der Sonntag um 18.00 Uhr ausgeläutet.

Traurige Stille – fröhliche Klänge
Wussten Sie, dass die Glocken auch schweigen? Vom Nachmittag des Karfreitags bis Ostersonntag herrscht Stille. Die Glocken erklingen erst wieder in der Osternacht – entweder um Mitternacht oder im Früh-Gottesdienst am Ostermorgen. Ein fröhliches und festliches Glockenläuten, das die Auferstehung feiert, können Sie dann hören. Auch in der Silvesternacht darf übrigens von Mitternacht an zehn Minuten lang geläutet werden. Wenn Sie an einer Kirche vorbeigehen und eine Glocke sieben Mal schlagen hören, wird übrigens innen gerade das Vaterunser gebetet. Für jede der sieben Fürbitten erklingt ein Glockenschlag.

Foto: Cornelia Kästner

Bildnachweise: